Wie Zürich seine Emissionen sichtbar macht

Emissionen

Städte sind die Dreh- und Angelpunkte der globalen CO₂-Emissionen – rund 70 % aller menschengemachten Treibhausgase entstehen in und um urbane Gebiete. Doch zugleich bieten sie die grösste Chance, diese Emissionen zu senken. Mit dem ambitionierten Ziel, bis 2040 Netto-Null zu erreichen, nimmt Zürich eine Vorreiterrolle ein.

Christian Greder (Redaktion)

Das EU-Projekt «ICOS Cities» macht die Limmatstadt jetzt zu einer von drei europäischen Pilotstädten, um innovative Methoden zur Erfassung und Modellierung von CO₂-Emissionen zu entwickeln.

Ein Netz aus Messungen: CO₂ auf der Spur

Das Herzstück von «ICOS Cities» in Zürich ist ein ausgedehntes Netzwerk aus Messgeräten, die in der ganzen Stadt verteilt sind. An Strassenlaternen, Bäumen und sogar Mobilfunkantennen erfassen diese Sensoren – von «low-cost» bis «mid-cost» – die Konzentration von CO₂ und anderen Treibhausgasen. Eine zentrale Rolle spielt der Messturm auf einem Hochhaus in der Hardau, wo hochpräzise Instrumente unter Leitung der Universität Basel die komplexen Gase und deren Bewegungen über der Stadt analysieren.

Doch Messungen allein genügen nicht. Die topografischen Herausforderungen Zürichs – vom Uetliberg bis zum See – beeinflussen Luftströmungen und erschweren die Zuordnung von CO₂-Quellen. Zudem atmen die Wälder rund um die Stadt täglich grosse Mengen Kohlendioxid ein und aus. Deshalb liegt ein Schwerpunkt des Projekts darauf, die anthropogenen Emissionen von natürlichen CO₂-Fluktuationen zu unterscheiden.

Modelle, die die Stadt verstehen

Auf Basis der gesammelten Daten entwickeln Forschende zwei hochentwickelte Modelle. Eines zeigt, wie CO₂ auf rund einen Kilometer genau freigesetzt wird, das andere ermöglicht sogar Einblicke auf Gebäudeebene. Diese Modelle werden mit dem offiziellen CO₂-Inventar der Stadt abgeglichen. Erste Ergebnisse sind vielversprechend: Für den Winter 2022/23 konnte das Team eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs und damit der Emissionen nachweisen – ein direkter Erfolg der städtischen Sparmassnahmen während der Energiekrise.

Ein Rezeptbuch für die Zukunft

Das Ziel von «ICOS Cities» ist nicht nur, Zürichs Emissionen zu messen, sondern eine Blaupause für andere Städte zu schaffen. «Wir wollen eine Art Kochbuch entwickeln, das Städte weltweit dabei unterstützt, ihre CO₂-Emissionen zu überwachen und zu reduzieren», erklärt Lukas Emmenegger von der Empa. Das Projekt, das bis 2025 läuft, zeigt bereits jetzt, dass es möglich ist, Daten in verwertbare Massnahmen zu übersetzen.

Zürich ist dabei ein idealer Partner: Mit seinem digitalen Zwilling und einer offenen Haltung 

gegenüber Emissionsdaten zeigt die Stadt, wie Innovation und Transparenz zusammenspielen können. Nun liegt es an den Städten weltweit, diese Rezepte zu nutzen und ihre eigene Klimaküche zu gestalten.

ICOS: Ein Netzwerk für die Welt

Das Integrated Carbon Observation System (ICOS) ist eine europäische Forschungsinfrastruktur, die Daten zu Kohlendioxid, Methan und anderen Treibhausgasen sammelt. Mit mehr als 180 Messstationen in 16 Ländern untersucht ICOS den globalen Kohlenstoffkreislauf und erweitert seinen Fokus durch «ICOS Cities» auf urbane Gebiete. Dank der engen Zusammenarbeit von Institutionen wie der Empa, ETH Zürich und Universität Basel nimmt die Schweiz eine zentrale Rolle ein.

Die Zukunft beginnt in den Städten – und mit Projekten wie «ICOS Cities» wird sie messbar.

empa.ch

veröffentlicht am 05.02.2025

Wie Zürich seine Emissionen sichtbar macht

Emissionen

Städte sind die Dreh- und Angelpunkte der globalen CO₂-Emissionen – rund 70 % aller menschengemachten Treibhausgase entstehen in und um urbane Gebiete. Doch zugleich bieten sie die grösste Chance, diese Emissionen zu senken. Mit dem ambitionierten Ziel, bis 2040 Netto-Null zu erreichen, nimmt Zürich eine Vorreiterrolle ein.

Christian Greder (Redaktion)

Das EU-Projekt «ICOS Cities» macht die Limmatstadt jetzt zu einer von drei europäischen Pilotstädten, um innovative Methoden zur Erfassung und Modellierung von CO₂-Emissionen zu entwickeln.

Ein Netz aus Messungen: CO₂ auf der Spur

Das Herzstück von «ICOS Cities» in Zürich ist ein ausgedehntes Netzwerk aus Messgeräten, die in der ganzen Stadt verteilt sind. An Strassenlaternen, Bäumen und sogar Mobilfunkantennen erfassen diese Sensoren – von «low-cost» bis «mid-cost» – die Konzentration von CO₂ und anderen Treibhausgasen. Eine zentrale Rolle spielt der Messturm auf einem Hochhaus in der Hardau, wo hochpräzise Instrumente unter Leitung der Universität Basel die komplexen Gase und deren Bewegungen über der Stadt analysieren.

Doch Messungen allein genügen nicht. Die topografischen Herausforderungen Zürichs – vom Uetliberg bis zum See – beeinflussen Luftströmungen und erschweren die Zuordnung von CO₂-Quellen. Zudem atmen die Wälder rund um die Stadt täglich grosse Mengen Kohlendioxid ein und aus. Deshalb liegt ein Schwerpunkt des Projekts darauf, die anthropogenen Emissionen von natürlichen CO₂-Fluktuationen zu unterscheiden.

Modelle, die die Stadt verstehen

Auf Basis der gesammelten Daten entwickeln Forschende zwei hochentwickelte Modelle. Eines zeigt, wie CO₂ auf rund einen Kilometer genau freigesetzt wird, das andere ermöglicht sogar Einblicke auf Gebäudeebene. Diese Modelle werden mit dem offiziellen CO₂-Inventar der Stadt abgeglichen. Erste Ergebnisse sind vielversprechend: Für den Winter 2022/23 konnte das Team eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs und damit der Emissionen nachweisen – ein direkter Erfolg der städtischen Sparmassnahmen während der Energiekrise.

Ein Rezeptbuch für die Zukunft

Das Ziel von «ICOS Cities» ist nicht nur, Zürichs Emissionen zu messen, sondern eine Blaupause für andere Städte zu schaffen. «Wir wollen eine Art Kochbuch entwickeln, das Städte weltweit dabei unterstützt, ihre CO₂-Emissionen zu überwachen und zu reduzieren», erklärt Lukas Emmenegger von der Empa. Das Projekt, das bis 2025 läuft, zeigt bereits jetzt, dass es möglich ist, Daten in verwertbare Massnahmen zu übersetzen.

Zürich ist dabei ein idealer Partner: Mit seinem digitalen Zwilling und einer offenen Haltung 

gegenüber Emissionsdaten zeigt die Stadt, wie Innovation und Transparenz zusammenspielen können. Nun liegt es an den Städten weltweit, diese Rezepte zu nutzen und ihre eigene Klimaküche zu gestalten.

ICOS: Ein Netzwerk für die Welt

Das Integrated Carbon Observation System (ICOS) ist eine europäische Forschungsinfrastruktur, die Daten zu Kohlendioxid, Methan und anderen Treibhausgasen sammelt. Mit mehr als 180 Messstationen in 16 Ländern untersucht ICOS den globalen Kohlenstoffkreislauf und erweitert seinen Fokus durch «ICOS Cities» auf urbane Gebiete. Dank der engen Zusammenarbeit von Institutionen wie der Empa, ETH Zürich und Universität Basel nimmt die Schweiz eine zentrale Rolle ein.

Die Zukunft beginnt in den Städten – und mit Projekten wie «ICOS Cities» wird sie messbar.

empa.ch

veröffentlicht am 05.02.2025

Wie Zürich seine Emissionen sichtbar macht

Emissionen

Städte sind die Dreh- und Angelpunkte der globalen CO₂-Emissionen – rund 70 % aller menschengemachten Treibhausgase entstehen in und um urbane Gebiete. Doch zugleich bieten sie die grösste Chance, diese Emissionen zu senken. Mit dem ambitionierten Ziel, bis 2040 Netto-Null zu erreichen, nimmt Zürich eine Vorreiterrolle ein.

Christian Greder (Redaktion)

Das EU-Projekt «ICOS Cities» macht die Limmatstadt jetzt zu einer von drei europäischen Pilotstädten, um innovative Methoden zur Erfassung und Modellierung von CO₂-Emissionen zu entwickeln.

Ein Netz aus Messungen: CO₂ auf der Spur

Das Herzstück von «ICOS Cities» in Zürich ist ein ausgedehntes Netzwerk aus Messgeräten, die in der ganzen Stadt verteilt sind. An Strassenlaternen, Bäumen und sogar Mobilfunkantennen erfassen diese Sensoren – von «low-cost» bis «mid-cost» – die Konzentration von CO₂ und anderen Treibhausgasen. Eine zentrale Rolle spielt der Messturm auf einem Hochhaus in der Hardau, wo hochpräzise Instrumente unter Leitung der Universität Basel die komplexen Gase und deren Bewegungen über der Stadt analysieren.

Doch Messungen allein genügen nicht. Die topografischen Herausforderungen Zürichs – vom Uetliberg bis zum See – beeinflussen Luftströmungen und erschweren die Zuordnung von CO₂-Quellen. Zudem atmen die Wälder rund um die Stadt täglich grosse Mengen Kohlendioxid ein und aus. Deshalb liegt ein Schwerpunkt des Projekts darauf, die anthropogenen Emissionen von natürlichen CO₂-Fluktuationen zu unterscheiden.

Modelle, die die Stadt verstehen

Auf Basis der gesammelten Daten entwickeln Forschende zwei hochentwickelte Modelle. Eines zeigt, wie CO₂ auf rund einen Kilometer genau freigesetzt wird, das andere ermöglicht sogar Einblicke auf Gebäudeebene. Diese Modelle werden mit dem offiziellen CO₂-Inventar der Stadt abgeglichen. Erste Ergebnisse sind vielversprechend: Für den Winter 2022/23 konnte das Team eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs und damit der Emissionen nachweisen – ein direkter Erfolg der städtischen Sparmassnahmen während der Energiekrise.

Ein Rezeptbuch für die Zukunft

Das Ziel von «ICOS Cities» ist nicht nur, Zürichs Emissionen zu messen, sondern eine Blaupause für andere Städte zu schaffen. «Wir wollen eine Art Kochbuch entwickeln, das Städte weltweit dabei unterstützt, ihre CO₂-Emissionen zu überwachen und zu reduzieren», erklärt Lukas Emmenegger von der Empa. Das Projekt, das bis 2025 läuft, zeigt bereits jetzt, dass es möglich ist, Daten in verwertbare Massnahmen zu übersetzen.

Zürich ist dabei ein idealer Partner: Mit seinem digitalen Zwilling und einer offenen Haltung 

gegenüber Emissionsdaten zeigt die Stadt, wie Innovation und Transparenz zusammenspielen können. Nun liegt es an den Städten weltweit, diese Rezepte zu nutzen und ihre eigene Klimaküche zu gestalten.

ICOS: Ein Netzwerk für die Welt

Das Integrated Carbon Observation System (ICOS) ist eine europäische Forschungsinfrastruktur, die Daten zu Kohlendioxid, Methan und anderen Treibhausgasen sammelt. Mit mehr als 180 Messstationen in 16 Ländern untersucht ICOS den globalen Kohlenstoffkreislauf und erweitert seinen Fokus durch «ICOS Cities» auf urbane Gebiete. Dank der engen Zusammenarbeit von Institutionen wie der Empa, ETH Zürich und Universität Basel nimmt die Schweiz eine zentrale Rolle ein.

Die Zukunft beginnt in den Städten – und mit Projekten wie «ICOS Cities» wird sie messbar.

empa.ch

veröffentlicht am 05.02.2025

Wie Zürich seine Emissionen sichtbar macht

Emissionen

Städte sind die Dreh- und Angelpunkte der globalen CO₂-Emissionen – rund 70 % aller menschengemachten Treibhausgase entstehen in und um urbane Gebiete. Doch zugleich bieten sie die grösste Chance, diese Emissionen zu senken. Mit dem ambitionierten Ziel, bis 2040 Netto-Null zu erreichen, nimmt Zürich eine Vorreiterrolle ein.

Christian Greder (Redaktion)

Das EU-Projekt «ICOS Cities» macht die Limmatstadt jetzt zu einer von drei europäischen Pilotstädten, um innovative Methoden zur Erfassung und Modellierung von CO₂-Emissionen zu entwickeln.

Ein Netz aus Messungen: CO₂ auf der Spur

Das Herzstück von «ICOS Cities» in Zürich ist ein ausgedehntes Netzwerk aus Messgeräten, die in der ganzen Stadt verteilt sind. An Strassenlaternen, Bäumen und sogar Mobilfunkantennen erfassen diese Sensoren – von «low-cost» bis «mid-cost» – die Konzentration von CO₂ und anderen Treibhausgasen. Eine zentrale Rolle spielt der Messturm auf einem Hochhaus in der Hardau, wo hochpräzise Instrumente unter Leitung der Universität Basel die komplexen Gase und deren Bewegungen über der Stadt analysieren.

Doch Messungen allein genügen nicht. Die topografischen Herausforderungen Zürichs – vom Uetliberg bis zum See – beeinflussen Luftströmungen und erschweren die Zuordnung von CO₂-Quellen. Zudem atmen die Wälder rund um die Stadt täglich grosse Mengen Kohlendioxid ein und aus. Deshalb liegt ein Schwerpunkt des Projekts darauf, die anthropogenen Emissionen von natürlichen CO₂-Fluktuationen zu unterscheiden.

Modelle, die die Stadt verstehen

Auf Basis der gesammelten Daten entwickeln Forschende zwei hochentwickelte Modelle. Eines zeigt, wie CO₂ auf rund einen Kilometer genau freigesetzt wird, das andere ermöglicht sogar Einblicke auf Gebäudeebene. Diese Modelle werden mit dem offiziellen CO₂-Inventar der Stadt abgeglichen. Erste Ergebnisse sind vielversprechend: Für den Winter 2022/23 konnte das Team eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs und damit der Emissionen nachweisen – ein direkter Erfolg der städtischen Sparmassnahmen während der Energiekrise.

Ein Rezeptbuch für die Zukunft

Das Ziel von «ICOS Cities» ist nicht nur, Zürichs Emissionen zu messen, sondern eine Blaupause für andere Städte zu schaffen. «Wir wollen eine Art Kochbuch entwickeln, das Städte weltweit dabei unterstützt, ihre CO₂-Emissionen zu überwachen und zu reduzieren», erklärt Lukas Emmenegger von der Empa. Das Projekt, das bis 2025 läuft, zeigt bereits jetzt, dass es möglich ist, Daten in verwertbare Massnahmen zu übersetzen.

Zürich ist dabei ein idealer Partner: Mit seinem digitalen Zwilling und einer offenen Haltung 

gegenüber Emissionsdaten zeigt die Stadt, wie Innovation und Transparenz zusammenspielen können. Nun liegt es an den Städten weltweit, diese Rezepte zu nutzen und ihre eigene Klimaküche zu gestalten.

ICOS: Ein Netzwerk für die Welt

Das Integrated Carbon Observation System (ICOS) ist eine europäische Forschungsinfrastruktur, die Daten zu Kohlendioxid, Methan und anderen Treibhausgasen sammelt. Mit mehr als 180 Messstationen in 16 Ländern untersucht ICOS den globalen Kohlenstoffkreislauf und erweitert seinen Fokus durch «ICOS Cities» auf urbane Gebiete. Dank der engen Zusammenarbeit von Institutionen wie der Empa, ETH Zürich und Universität Basel nimmt die Schweiz eine zentrale Rolle ein.

Die Zukunft beginnt in den Städten – und mit Projekten wie «ICOS Cities» wird sie messbar.

empa.ch

veröffentlicht am 05.02.2025